Landschafts-fotografie

Ein sehr beliebtes Gebiet in der Fotografie ist die Landschaftsfotografie, weshalb sich hier auch Uuuuunmengen an Fotografen tummeln. Die Landschaftsfotografie ist eine der ältesten und beliebtesten Formen der Fotografie. Geht es doch darum, die Schönheit und den Charakter der Natur einzufangen und wunderbare Momente und einmalige Augenblicke festzuhalten. Dabei gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, um erfolgreich Landschaftsfotos zu machen.

Idealerweise (nicht muss!) sollte man Fotos mit etwas Stimmung in der goldenen Stunde (Sonnenauf- und untergang) oder in der blauen Stunde (VOR Sonnenaufgang und NACH Sonnenuntergang) machen, da das Licht in dieser Zeit besonders weich und warm ist. Auch ein bewölkter Himmel kann für interessante Fotos sorgen, da das Licht diffus und gleichmässig ist. Man muss in der Regel die Natur sowieso nehmen wie sie sich dann vor Ort präsentiert – aber man kann das Beste daraus machen! ... auch wenn man sich vorher eingehend informiert und den Wetterbericht studiert hat.

Ein weiteres wichtiges Element der Landschaftsfotografie ist die Perspektive. Versuche, interessante Perspektiven einzunehmen, indem du zum Beispiel von oben oder unten, also bodennah fotografierst. Auch die Wahl des Bildausschnitts ist wichtig: Suche nach starken Linien oder Formen, um dein Foto zu strukturieren. Das alles kann man beachten – von müssen ist nicht die Rede.

Ein guter Landschaftsfotograf sollte über ein gutes Auge für Details verfügen. Suche nach kleinen, aber aussagekräftigen Elementen in der Landschaft, wie zum Beispiel ein einzelner Baum oder ein Wasserfall. Diese können deinem Foto Tiefe und Interesse verleihen. Wenn du mit einem Weitwinkelobjektiv fotografierst, baue wenn irgendwie möglich bzw. passend zur Komposition einen Vordergrund mit ein. Alles kann, nichts muss! Mit dem Weitwinkel bekommt man zwar viiiieeel aufs Bild aber ein Hauptmotiv wird auch entsprechend klein. Um ein Bild nicht leer wirken zu lassen, kann deshalb ein Vordergrund durchaus nützlich sein. Solltest du mit einem leichten Teleobjektiv fotografieren, brauchst du vielleicht den Vordergrund nicht zwingend. Möchtest du trotzdem nicht auf den weiten Winkel eines Weitwinkelobjektives verzichten, probiere mit der Telelinse doch mal die Brenizermethode aus :-) (Immer im M-Modus, um alle Aufnahmen GLEICH aufzunehmen und nur das Hauptmotiv anfokussiert, danach, für die weiteren Aufnahmen den Fokus am Besten ausschalten --> backbutton Fokus!)
Zur Wiederholung hier nochmals die gängigsten Regeln in der Fotografie, die aber sehr wohl und gerade drum, auch gebrochen werden dürfen und die gängigsten Methoden zur Bilderstellung:
 

Bildkomposition
goldener Schnitt   
Drittel-Regel 
Mondrian Effekt 
Orton Effekt

Ein weiteres zentrales Element ist die Nachbearbeitung, wenn du deine Bilder im RAW-Format schiesst. Verwende die Möglichkeiten von Bearbeitungsprogrammen wie Adobe Lightroom, Photoshop,  Skylum Luminar Neo oder auch NX-Studio, um deine Fotos zu verbessern. Für diejenigen die keine RAW Dateien verarbeiten möchten, empfehle ich die Bildbearbeitungssoftware Radiant Photo. Du kannst Farben und Kontraste in allen Bearbeitungsprogrammen anpassen, Schärfe und Belichtung verbessern und vieles mehr. Radiant Photo bietet dir einfach die einfachste Form der Bearbeitung für .jpeg Dateien an. "Drei, vier Klicks" und du hast ein perfekt bearbeitetes Foto.

Landschaftsfotografie kann eine sehr lohnende Erfahrung sein, wenn man die richtigen Techniken und Werkzeuge kennt. Mit etwas Übung und Experimentierfreude kannst du beeindruckende Fotos von der Natur machen. Hier heissts einfach üben, üben, üben, probieren, lernen.

Denke auch immer daran, bevor du in die Natur gehst einen Check der Ausrüstung zu machen, ob alles funktioniert (Funktionskontrolle) und eigne dir Wissen an über die "Landschaft" die du "besuchen" möchtest. 

define ·  plan · shoot · reflect

Falls du irgendwelche youtube Videos über Landschaftsaufnahmen siehst, welche einmal mehr mit Blende 18, 20 oder 22 gemacht wurden, weil man eine Langzeitbelichtung eines Flusslaufes oder eines Wasserfalles machen wollte, darfst du diese Einstellung, wie von mir schon festgehalten, hinterfragen. So wie in meinem Artikel über Beugung geschrieben. Die Aussage "ich möchte die Belichtungszeit von ca. einer halben Sekunde erreichen ... deswegen werde ich die Blende wieder stark schliessen, durchaus bis Blende 22 und ich WEISS was die Beugungsunschärfe betrifft, kenne aber einen Trick wie man das in der Nachbearbeitung umgehen kann", lässt mich dann sofort schaudern. Mir stellt sich einfach die Frage, weshalb wird so etwas in einem Anfängervideo vermittelt und weshalb macht man es, respketive zeigt man es, nicht von Anfang an einfach richtig, z.B. mit der Verwendung von Filtern? Wenn man sich schon die Mühe macht ein Lernvideo zu erstellen, weshalb nicht richtig?

Warum höre ich in einem Lernvideo "nur soviel sei gesagt, die Objektive haben einen sweet-spot und den sollte man auch bei jedem Objektiv kennen." aber selbst wird dieser sweet-spot NIE erwähnt. In keinem Video sagt der Fototrainer z.B.  "also bei meinem 20mm f1.4 ist der sweet-spot bei Blende 7.1" .. bei keinem Objektiv! Ein Schelm wer böses denkt, aber ich glaube fast, dass viele "Fototrainer" oder "Foto-Coaches" selbst gar nicht wissen, wo der sweet-spot ihrer Objektive liegt. Da wäre dann der Anspruch als "Lehrer" ein gutes Vorbild zu sein auch dahin ... Ich weiss, wo meine Gläser ihren sweet-spot haben, denn ich habe mich darum gekümmert und ein paar Testreihen gemacht und ausgewertet. Und wie testet man die Objektive nun aus? 

Blendenreihe testen: Eine der häufigsten Methoden ist die Durchführung einer Blendenreihe. Dabei machst du eine Reihe von Aufnahmen desselben Motivs bei verschiedenen Blendenöffnungen. In der Regel zeigt sich der sweet-spot oft bei mittleren Blendenöffnungen. Bewerte dann die Bilder, um zu sehen, bei welcher Blende das Objektiv die beste Schärfe und optische Leistung bietet.

Testcharts verwenden: Spezielle Testcharts, die kontrastreiche Elemente in verschiedenen Bereichen des Bildes aufweisen, können dabei helfen, den sweet-spot zu ermitteln. Indem du diese Charts mit verschiedenen Blendenöffnungen fotografierst, kannst du die Ergebnisse vergleichen und den Punkt mit der besten optischen Leistung identifizieren. 


Zusammengefasst wiederhole ich dir die wichtigsten Teile der neun Prinzipien:

  • Belichtung: Die Belichtung ist ein wichtiger Faktor bei der Landschaftsfotografie. Eine unterbelichtete Aufnahme wird dunkel und detailarm sein (absaufen), während eine Überbelichtung dazu führen kann, dass Details in hellen Bereichen verloren gehen (ausbrennen). Verwende den Belichtungsmesser deiner Kamera und auch das Histogramm, um sicherzustellen, dass deine Aufnahmen richtig belichtet sind. Merke: aus "abgesoffenen" Stellen sind mehr Detail-Informationen zu retten, als aus "ausgebrannten".
  • Verschlusszeit: Die Verschlusszeit beeinflusst, wie bewegte Objekte in deinem Foto dargestellt werden und wie lange Licht auf den Sensor trifft. Eine lange Verschlusszeit kann dazu verwendet werden, bewegtes Wasser oder Wolken weich und fliessend darzustellen, während eine kurze Verschlusszeit dazu verwendet werden kann, Bewegung zu erfassen. Wenn du bei längeren Verschlusszeiten arbeitest, ist es wichtig, ein Stativ zu verwenden, um Verwacklungen zu vermeiden. 
  • Blende: Die Blende beeinflusst nebst der Lichtmenge auch die Schärfe im Foto. Eine kleine Blende, jedoch nicht mehr als f11 wegen der eintretenden Beugung, sorgt für eine grosse Schärfentiefe und eignet sich daher besonders für Landschaftsfotos, bei denen sowohl die Vorder- als auch die Hintergrundschärfe wichtig sind. Eine grosse, also geöffnete Blende hingegen sorgt für eine geringere Schärfentiefe und eignet sich daher besser für Porträts oder andere Arten von Fotos, bei denen die Schärfe auf ein bestimmtes Objekt konzentriert werden soll. Du willst Blendensterne? Dann musst du die Blende schliessen – ab etwa Blende 13 kannst du Blendensterne erreichen aber dann zum Preis eines nicht durchgängig scharfen Gesamtbildes. Es gibt jedoch Objektive die zielgerichtet darauf ausgelegt sind Blendensterne ab Blende 4 "anzubieten".
  • ISO: Der ISO-Wert bestimmt oder beeinflusst die "Empfindlichkeit" deines Kamerasensors gegenüber Licht. Ein niedriger ISO-Wert (z.B. 100) eignet sich am besten für helle Umgebungen und ermöglicht es dir, hohe Qualität und wenig Rauschen zu erhalten. Ein hoher ISO Wert – ab 3200 – sollte wenn möglich vermieden werden, da die Zunahme des Rauschens deutlich sichtbar wird. P.S. Die Aussage über die Empfindlichkeit stimmt so nicht ganz auch wenn dies in 98% der Artikel oder Videos vermittelt wird, denn die "Licht-Empfindlichkeit" des Sensors kann nicht verändert werden! Verändert wird je nach Einstellung der ISO Zahl die Helligkeit des Bildes, sie wird angehoben oder verringert, respektive die Signale werden rein rechnerisch verstärkt oder verringert und unter anderem natürlich auch Fehler (Fehlsignale). Das äussert sich dann im Rauschen. Ein Sensor ist nativ ausgelegt auf einen Grundwert, je nach Hersteller, auf  ISO 64, 100 oder 200. Das beste Erklärungsvideo gibts hier.
  • Schärfe und Fokus: Ein wichtiger Aspekt bei der Landschaftsfotografie ist die Schärfe und der Fokus. Um sicherzustellen, dass deine Landschaft scharf und klar dargestellt wird, solltest du den Fokus auf die wichtigen Elemente in deinem Foto legen oder von "Vordergrund" bis "Hintergrund" versuchen, die Schärfe mit Hilfe der Hyperfokaldistanzberechnung durchgehend hinzubekommen. Ein Weitwinkelobjektiv trägt von der Auslegung her das Übrige dazu bei, die Tiefenschärfe von vorne bis ins Unendliche positiv zu beeinflussen.
  • Linienführung und Komposition: Ein wichtiger Aspekt der Landschaftsfotografie ist die Linienführung und die Komposition. Verwende Linien, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Elemente zu lenken und eine dynamischere Komposition zu erreichen. Auch die Wahl des Bildausschnitts und die Anordnung von Elementen im Foto sind wichtig, um eine ausgewogene und interessante Komposition zu erreichen. Du kannst für die Komposition die Drittel-Regel oder auch den goldenen Schnitt zu Hilfe nehmen.


Nachbearbeitung: Schliesslich ist die Nachbearbeitung ein wichtiger Aspekt der Landschaftsfotografie. Verwende Software wie z.B. Adobe Lightroom oder Photoshop, um Farben, Kontraste, Schärfe und Belichtung anzupassen und deine Fotos zu verbessern oder zu entwickeln, wenn diese in raw aufgenommen wurden. 


Noch was in eigener Sache ... heissts denn jetzt Tiefenschärfe oder Schärfentiefe?  Ich halte mich an den Bauer, der mich mit der grammatikalischen Erklärung überzeugt hat. :-) Für mich ists klar: Tiefenschärfe!

Und noch etwas ... falls du mehr über die Tiefenschärfe berechnen möchtest, respektive wie sich der Schärfebreich bei welchem Abstand zum Motiv, bei  welcher Brennweite und zu welcher Blende verhält, dann wirst du hier fündig: Rechner für den Schärfebereich