13. NOVEMBER 2020 | POSTED BY STEFAN RÜEDI | Lesezeit ca. XXX min.

LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE - FILTER UND ZUBEHÖR


Filter für die Landschaftsfotografie? Ist das noch zeitgemäss? Wenn ja, welche sollte ich mir zulegen?

Ciao, Grüezi, Hoi und Allegra zum Thema - Filter und sonstiges Zubehör.

 

Zu allererst muss ich mich bei allen Leser/innen für die späte Blogveröffnetlichung entschuldigen. Eigentlich warte ich seit der vorletzten Blogveröffentlichung auf meine neue Webseite aber leider leider bin ich da ziemlich auf die Nase gefallen, respektive schwer über den Tisch gezogen worden.

Leider wurde es wiederum nichts mit meiner neuen Webseite. Es wird nun seit bald 9 Monaten dran gebastelt (wirklich gebastelt) und nach heutigem Stand, werde ich die neue Webseite auch nicht betreiben können, da ich erst alles von einem neuen Webmaster überarbeiten lassen muss. Leider ist es auch heutzutage so, dass nicht alles perfekt läuft. Ich habe sehr viel Geld bezahlt für aktuell null Gegenleistung.  Deshalb mein Tipp: Lasst euch nicht von jedem irgendetwas aufschwatzen, sondern recherchiert gut oder holt euch zu der Offerte immer bei einer Fachperson eine Gegenofferte und lasst euch, am allerbesten persönlich, beraten bevor ihr bei einem Verkäufer ein Angebot annehmt. Eine Google Rezension ist eventuell ebenfalls hilfreich. Bauernfänger gibt es heutzutage leider mehr denn je und selbst "Fachleute" die einem empfohlen wurden (so wie mir) können sich als Schuss in den Ofen entpuppen.

Genau deshalb habe ich die Bedürfnisanalyse, die Kaufberatunf und die Kaufbegleitung in meinem Angebot. So ist man nicht hilflos dem Verkäufer ausgesetzt, der nur eines möchte - nämlich verkaufen.

 

Nun denn – lasst mich zum Thema übergehen.

 

Ich werde viel gefragt, ob der Kauf von Filtern für die Fotografie, in der Zeit der Entwicklungssoftware wie z.B. Lightroom, noch Sinn macht, ja gar eine Daseinsberechtigung hat. Den eventuell überbelichteten Himmel abdunkeln kann man ja auch mit der Software. Ja .. stimmt. Die Tiefen im Gegezug aufhellen gelingt ebenfalls am PC - ja .. stimmt auch.

Bei einem total ausgebrannten Himmel rettest du aber mit der Software keine Konturen oder Kontraste mehr. Das muss man sich bewusst sein. Darum empfiehlt sich hier sicherlich schon mal die Nutzung eines Verlaufsfilters damit die Konturen von Wolken am Himmel erhalten bleiben.

 

Was du auch nicht mit der Software lösen kannst, ist die Minderung von Reflexionen, also Spiegelungen auf nicht metallischen Oberflächen "entfernen". Das kannst du nur mit einem Polarisationsfilter lösen. Die Voraussetzungen füreine richtig lange Langzeitbelichtung von sagen wir 18min, um Wasser weich zu zeichnen, kannst du nur mit einem GND Filter schaffen. Und - wenn du den Anspruch stellst, dass dein Foto zu sicherlich 95% so rauskommt, wie du dir das zurechtgelegt, respektive vorgestellt hast, dann kommt die Softwarelösung nicht im primären Schritt in Frage, sondern erst im Nachgang als Feintuning bei der Entwicklung. Dein Foto, out of cam, muss so gut wie möglich deinen Vorstellungen entsprechen. Auch wenn du Ehrlichkeit und Authentizität mit deinen fotografischen Arbeiten antstrebst, ist die Nutzung von Filtern unumgänglich. Ist die primäre Fotografie - also das Aufnehmen des Bildes - die Ablichtung des Motivs nur Mittel zum Zweck und du "verfremdest" danach die Aufnahme sowieso mit viel Photoshop, Überlagerungen von Ebenen, austauschen von "Himmel" usw. dann spielt die Nutzung von Filtern eine untergeordnete Rolle und du kannst die Effekterei getrost der Nachbearbeitung am PC überlassen.

 

Zusammengefasst - Was können Filter?

Farben sättigen und kräftigen/ steigern der Farbreinheit, Reflexionen mindern/entfernen, UV Strahlung filtern, IR Strahlung filtern, die Lichtmenge reduzieren (horizontal oben, nur in der Bildmitte oder über das ganze Bild, die Frontlinse schützen, Gelblicht in der Nachtfotografien filtern, bestimmte Farben kräftigen, weichzeichnen und Effekte erzielen.

 

Woraus sind Filter gemacht und welche Materialien sind zu empfehlen?

Filter können aus Echtglas (optisches Glas) oder Kunststoff (Resin) hergestellt sein. Und da entstehen die ersten massiven Unterschiede. Glasfilter sind bedeutend teurer und bedeutend kratzfester aber beim Runterfallen oder Anstossen auch empfindlicher. Die Anforderungen an heutige hightech Filter sind enorm. Die Produktion ist teilweise sehr schwierig und aufwendig. Hightech Glas-Filter müssen:

- planparallel sein;

- dürfen keine Wölbung und Farbfehler aufweisen;

- müssen eine sehr hohe Oberflächengüte haben, denn rauhe Oberflächen erzeugen Streulicht;

- müssen sehr reflexarm sein;

- eine Nanobeschichtung haben;
- eine Antifelexionsbehandlung haben;

- müssen so dünn wie möglich aber so dick wie nötig sein;

- haben eine hydrophobe Vergütung (wasserabweisend);

- eine Härtevergütung - hart gegen Kratzer und doch nicht spröde, nicht dass ein kleiner Stoss zum zerspringen genügt.

 

Dieses Glasscheibchen kann dadurch enorm teuer werden, was viele Käufer abschreckt und dieser geneigt ist, in die Kiste der günstigen  Kunststofffilter zu greifen. Die günstigeren Produktionen egal welchen Materials, bringen dann auch ihre Nachteile ins Spiel. Vielfach hört man von Verfärbungen respektive Farbstichen, unsauber verlaufenden Tönungen (gar auflackierte!), hohe Anfälligkeit gegen Kratzer, billige Filterhalter, sehr schlechte Verarbeitung und ungenügende Passformen usw. Möchtest du also etwas Wertiges für dein Geld, dann sei bereit etwas Geld auszugeben.

 

Eigenschaften der gängigsten Filter (Quicktipp)


GND und ND

Der graduadet neutral density Filter oder Grauverlaufsfilter mit abgestufter neutraler Dichte wird verwendet, um eine Überbelichtung des Himmels zu verhindern, also um eine partielle Abdunklung zu erreichen. Dazu gibt es noch den GND reverse Filter der im Gegensatz zum GND, welcher von der Mitte gesehen gegen aussen dunkler wird, von der Mitte her heller wird; also perfekt geeignet ist, um den Sonnenstand direkt am Horizint abzulichten. Der neutral density oder Neutraldichtefilter reduziert die Lichtmenge über die ganze Fläche wordurch eine Langzeitbelichtung erfolgen kann oder er verlängert die Belichtungszeit soweit, dass die Reizschwelle des Bildsensors so unterschritten wird, dass bewegete Objekte (Mensch oder Technik) auf dem Bild nicht sichtbar werden. Beide Filtertypen gibt es in verschiedenen Stärken und lassen sich bei einigen Systemen mit andern Filtern oder mehreren Filtern gleichen Typs unterschiedlicher Stärke kombinieren.

 

Nebst den eher bekannten ND Filtern mit gleichbleibender Stärke, geibt es auch variable Filter am Markt. Rein vom Aufbau dieser variablen ND Filter handelt es sich um zwei gegeneinander verdehrbare Polarisationsfilter. Gegenüber den Filtern mit fester Stärke, weisen variable Filter jedoch einige Nachteile auf:

- mit zunehmender Dichte kann die Abdunklung ungleichmässig werden, respektoive es treten hellere und dunklere Bereiche im Bild auf;

- es kann zu sichtbaren Schäfeverlusten kommen;
- in den Extrempositionen kann es zu störenden Lichteffekten kommen;

- durch die varaiable und somit nicht exakte Stärke, kann die Belichtungszeit mit einer Tabelle nicht stimmig berechnet werden, was bedeutet, dass man ums Probieren nicht herumkommt.

 

Polarisationsfilter

Der Polfilter (Kurzform) minimiert, reduziert oder entfernt Reflexionen von nicht metallischen Oberflächen. Die Grünwiedergabe wird gesättigt, da der Polfilter die blauen Reflexe des Himmels teilweise unterdrückt. Das Blau des HImmels ist teilweise polarisiert, so wie die Farben des Regenbogens auch. Mit Hilfe des Polfilters werden die Farben kräftiger, das Blau dunkler und Wolken deutlicher gezeichnet.

 

UV Filter

Der UV Filter blockiert den Eintritt von ultravioletem Licht auf den Sensor. Da heute jedoch eigentlich jedes Objektiv, respektive dessen Frontlinse und der Sensor bereits so verarbeitet sind, dass das UV Licht blockiert wird, ist eigentlich ein zusätzlicher UV Filter überflüssig. Eiin zusätzlicher UV Filter schützt die Frontlinse vor Kratzern, Staub, Fettfingern und ganz leichten Stössen, weshalb ein Einsatz dessen nicht verkehrt ist. Ein zusätzlicher UV Filter kann aber Verursacher für lens-flares oder verantworltich für den Verlust von etwas Licht sein. Kann - muss nicht.

 

Mist Filter

Der Mist Filter ist ursprünglich für die Filmerei konzipiert worden, findet aber im Mode- und Beautybereich auch in der Fotografie seine Anwendung und Berechtigung. Im Gegensatz zu Weichzeichnern oder Diffusionsfiltern, zeichnet der Mistfilter ebenfalls weich, verliert aber weniger Details und bietet mehr Kontraste im gesamten Bild.

 

Night Filter

Der Nightfilter blockiert die Wellenlängen von Stadtbeleuchtungen und eignet sich deshalb sehr gut um bei Nachtaufnahmen den Einfluss von Lichtverschmutzungen zu reduzieren.

 

Infrarotfilter

Der Infrarotfilter blockiert sichtbare Lichtwellen und lässt nur IR Wellenlängen passieren. Da der Sensor einer Kamera aber einen IR-Sperrfilter hat, müsste man konsequenterweise den Sensor mit einem Kit erst umbauen oder noch besser umbauen lassen aber man kann etwas mit der Belichtungszeit "tricksen", wenn man sich nur für die Filtervariante entscheidet. Diese Variante ist günstiger und die Kamera kann nach wie vor für die normale Fotografie genutzt werden, was nach einem Umbau nicht mehr möglich ist. Für eine erste Aufnahme sollte man eine Belichtungszeit von ca 60 sek einplanen. Und man sollte dann den IR Filter nutzen, wenn die Natur richtig sattes, saftiges grün trägt und viel Tageslicht vorhanden ist. Ansonsten entspricht die Wirkung, respektive das Aussehen der Aufnahme nicht dem, was man sich vorgestellt hat.

 

Nebst diesen Filtern gibt es noch Farbfilter und spezielle Musterfilter .... ich erlaube mir, nicht näher auf diese einzugehen, das dies tatsächlich heutzutage weniger gefragt ist und dies häufig mit jedem Nachbearbeitungsprogramm einfach gestaltet werden kann. Nicht jeder Effekt kann softwaremässig dargestellt werden, aber doch viele.

 

Filtertypisierung

Folgende Filtertypen (Front) sind gebräuchlich:

- Rechteckige oder quadratische, sog. Einschubfilter

- Runde, sog. Schraubfilter (es gibt aber auch magnetische Rundfilter!)

 

spezielle Filtertypen

- Rearfilter oder Einsteckfilter für Objektive mit ungewöhnlich grosser oder gewölbter Frontlinse.

 

Filterhalter

- Einschraub-Aufsatz mit magnetischer oder Gewinde-Befestigungsmöglichkeit der Rundfilter

- "eckiger" Filterhalter mit bis zu drei Führungen zur Anbringung (einschieben) der Filterplatten (3)

- Filterhalter zum Einschrauben der Filter und anschliessendem einstecken des Halters im hinteren Bereich eines Teleobjektivs

- Einstecksupport zum Aufkleben und zum einstecken der Filter nach der letzten Linse des Objektivs

 

Einfluss auf die Lichtwerte

Polarisationsfilter können bis zu zwei, respektive sogar bis drei Blendenwerte das Bild abdunkeln. Sehr dichte Filter erzeugen aus physikalischen Gründen einen Warmton, der in der Bildentwicklung z.B. in Lightroom, ausgeglichen werden kann. ND Filter erreichen sehr hohe Abdunklungen und weisen Stärken bis zu 20 Blendenstufen auf.

 

ND Filter | Belichtungszeiten und Umrechnungstabelle

 


Damit wäre ich am Ende dieses Themas angelangt. Ich hoffe, dass ich dir interessanten, abwechslungsreichen und lockeren Lesestoff geboten habe und dass du etwas mitnehmen konntest. Bis zum nächsten mal - ich würde mich freuen, dich als Leser hier wieder anzutreffen.