18. DEZEMBER 2020 | POSTED BY STEFAN RÜEDI | Lesezeit ca. 6min.

FOTOGRAFIE - DIE MODI.


EINE KOMPAKTE ANLEITUNG.

Ciao, Grüezi, Hoi und Allegra zum Thema - die Modi. 

 

Ich bin geneigt anzunehmen, dass die meisten Erklärungen der Modi entweder bereits bekannt sind, wenn man sich so für die Fotografie interessiert, wie du das offensichtlich tust oder man kann diese nach Bedarf "nachgoogeln" und sich sehr tief in die Materie einlesen. Ich möchte in diesem Blog eher auf nicht so verbreitetes Wissen und Zusammenhänge eingehen. Ich möchte euch hier meine Erfahrung über die Modi weitergeben; ob diese Erfahrungen auch zu euch und eurem Stil und dem Umgang mit der Kamera muss sich nicht zwangsläufig mit meinen Erfahrungen decken.

 

Die Modi

Beginnen wir mit ein klein wenig Hintergrundwissen zum A-Modus (oder auch Av) - die Abkürzung stammt übrigens aus dem englischen "aperture" (oder aperture value). Das Wort "Apertur" (gesprochen in deutsch wie geschrieben - ohne e), stammt aus dem spätlateinischen und beschreibt die freie Öffnung einer Optik oder deren Durchmesser, durch welche Lichtstrahlen empfangen werden können. Mit der Blende meinen wir die Irisblende, also das einfache, mechanische Ding, dass sich nahezu kreisförmig mit ineinander faltenden  Lamellen schliesst.

 

A ist der Modus Blendenpriorität, den ich auswählen kann. Die Kamera passt die Verschlusszeit danach automatisch an (auch genannt Verschlussautomatik, damit die Verwirrung perfekt ist).

 

Den A-Modus kannst du für sehr viele Bereiche der Fotografie nutzen, wie z.B. Landschafts-, Wildlife-, Sunset- und Streetfotografie - eine Art "immer brauchbar Modus". Im A-Modus hat - wie erwähnt - die Blende Priorität und diese lässt sich  mittels Drehrad auf einen Wert einstellen, respektive öffnen oder schliessen. Je nach Motiv benötige ich eine Freistellung d.h. eine offenere Blende (z.B. f1.4 oder f2.8 je nach Fähigkeit des Objektivs) oder für eine durchgängige Schärfe eine eher geschlossenere Blende (z.B. f8 oder f11). Für die genannten Bereiche der Fotografie (Landschafts-, Wildlife-, Sunset- und Streetfotografie) ist der A-Modus geradezu ideal, da ich dort die Blende meinem Wunsch der Schärfentiefe sofort entsprechen kann und sich die Verschlusszeit einfach automatisch anpasst, welche hier eine sekundäre Rolle spielt. ISO habe ich festgesetzt, so dass ich die maximale Bild-Qualität, bezüglich rauschen, rausholen kann.

 

 

 

i use it to 75%



Als nächstes möchte ich den S-Modus (oder auch Tv) ansprechen. Die Abkürzung stammt vom englischen Wort shutter priority (oder Time value) - sprich Verschlusszeit. Mit S, respektive der Verschlusspriorität wählst du die Verschlusszeit und die Kamera passt die Blende entsprechend automatisch an.

Wo oder wann benötige ich den S-Modus? Du kannst den S-Modus in der Sportfotografie einsetzen, wenn es darum geht, schnelle Bewegungen einzufrieren - oder einfach überall dort, wo sich etwas schnell und eventuell auch unberechenbar bewegt (Haustiere, Kinder, Wildlife) und du die Situation scharf einfrieren möchtest - da macht der S-Modus Sinn.

Du kannst diesen Modus auch in der Naturfotografie einsetzen, nämlich dann, wenn du ohne GND Filter, Wasser im fliessenden Zustand etwas weicher aufnehmen möchtest oder einzelne Tropfen eines Wasserfalls gestochen scharf. Du reduzierst die Verschlusszeit oder erhöhst diese, je nach Bedarf. Beachte aber immer, dass du, je nach Objektiv und Stabilisationshilfen, etwa bis 1/30" Verschlusszeit aus der Hand fotografieren kannst - in unserem Falle, die Umgebung scharf und das fliessende Wasser weich. Verschlusszeiten unter diesem Wert führen gerne zu Verwacklungen. Mit dem S-Modus bist du bereit für diese Art der Fotografie schnell ein Motiv einzufangen, ohne lange an Rädchen rumzudrehen.

 

 

 

maybe



Folgen wir den weiteren Modi kommen wir unschwer zum M-Modus. M steht für manuell, d.h. du stellst Blende und Verschlusszeit selbst ein. Die Kamera überlässt dir die volle Kontrolle. Aber das weisst du sicherlich bereits. Dem gibt es auch nicht mehr anzufügen. Möchtest du selbst an den Rädchen drehen bis die Anzeige (Lichtwaage) dir ein korrekt belichtetes Bild anzeigt, dann lasse dich davon nicht abhalten. Möchtest du kreativ unter- oder überbelichten kannst du dies im M-Modus bewerkstelligen. Wo macht der M-Modus am Meisten Sinn? Bei schwierigen Lichtverhältnissen; da musst du die Kontrolle selbst übernehmen. Hier ist der M-Modus gefragt und kann auch seine Eigenschaften zu deinen Gunsten ausspielen. Gerade in der Astrofotografie (Milchstrasse, Mond, Kometen) ist dieser Modus die prioritäre Wahl, gerade wegen den Lichtverhältnissen. Zwangsläufig, bzw. weil es die Technik fast "verlangt", ist der M-Modus auch bei einer Langzeitbelichtung ÜBER 30" die erste Wahl. 

 

 

 

sometimes



So .. sind wir schon am Ende angelangt was die Modi betrifft? Nein natürlich nicht - da fehlt noch etwas.

 

Aber ich möchte kurz drei (3!) Bemerkungen einschieben für alle, die sich jetzt fragen, wo die dritte Komponente nebst Verschlusszeit und Blende bleibt. Stimmt - darüber habe ich bisher kein Wort verloren, weil ich in der Landschaftsfotografie den ISO Wert so tief wie möglich halte, um jegliches Bildrauschen zu vermeiden, sprich, nichts über die Bildqualität geht. Ich habe deshalb den ISO Wert auch gesetzt und die Automatik dafür deaktiviert. Natürlich lässt sich der dritte Parameter, wie gesagt der ISO Wert, also die Empfindlichkeit des Sensors, immer auch gemäss der Abhängigkeit der andern Werte des Belichtungsdreiecks einstellen oder man stellt auf ISO-Automatik. Dann passt sich die Empfindlichkeit automatisch den Gegebenheiten gemäss dem Belichtungsdreieck an, was ich für meine Zwecke aber so nicht empfehlen würde.

 

Zur Farbtemperatur - für alle die den Weissabgleich bewusst vernachlässigen (Graukarte abfotografieren und so; Details sind in jedem Forum zu lesen) und auch keine Entwicklung der Aufnahmen in Lightroom o.ä. machen, dies nicht wollen oder sich einfach aus anderen Überzeugungen dagegen sind, sollten die Farbtemperatur an der Kamera einstellen. 

 

Hierzu gibt es einen einfachen Tipp: Im Menü -Weissabgleich- kannst du die Einstellung K - steht für Kelvin - auswählen; zumindest bei Nikon. In diesem Menü gäbe es einige andere, automatische Vorgaben auszuwählen, wie Schatten, Kunstlicht, Blitzlicht, Auto-Tageslicht oder bewölkter Himmel usw. - wähle K aus und setze in der Werteinstellung die Standard Einstellung der Farbtemperatur auf 5000 Kelvin. Du kannst nun mit der eingestellten Farbtemperatur von 5000 Kelvin bei normalem Tageslicht fotografieren. Korrigiere z.B. für die Sunset-Fotografie die Farbtemperatur in den blauen Bereich, d.h. stelle den Wert manuell von 6250 Kelvin ein. Damit wird der Sonnenuntergang oder auch Aufgang gelber. Für ein etwas bläulicheres Bild, gerade ich der Nacht-Cityfotografie, wo viele Lichter gelb erscheinen, fixiere den Wert auf 3330 Kelvin. Probier's einfach mal aus ...

 


Folglich kommen wir nun beim Thema zum letzten Modus, den man erwähnen sollte. Aber da brauche ich keine weiteren, tiefer gehenden Worte zu verlieren - die Programmautomatik oder Vollautomatik benutze ich nicht. Eine Möglichkeit wäre noch Programm-Shift - da kann man trotz der Übertragung der vollen Kontrolle an die Kamera mit eingreifen. Ich würde diesen Modus jedoch nicht anwählen. 

 

 

 

never !



Damit wäre ich am Ende dieses Thema angelangt. Ich hoffe, dass ich dir interessanten, abwechslungsreichen und lockeren Lesestoff geboten habe und dass du etwas mitnehmen konntest. Bis zum nächsten mal - ich würde mich freuen dich als Leser wieder hier anzutreffen.